Der Ölbaum - das Sinnbild

Ölbaum

Knorrige alte Gesellen, oft Jahrhunderte alt. Stoisch stehen sie in der Gluthitze des Südens. Sie sind das Symbol der einmalig schönen Landschaften rund ums Mittelmeer und den Bewohnern dort quasi heilig. Im verzaubernden Licht eines Olivenhains zwischen Sonne und Schatten, den silbriggrün schimmernden Blättern und dem verwachsenen Holz der Ölbäume spürt man wohligen Schauer. Ruhe und Gelassenheit kommt hoch. Millionen Olivenbäume liefern das kostbare Olivenöl. Gutes Olivenöl gibt es rund ums Mittelmeer aus mehr als tausend Olivenarten. Italien hat zweifellos mit seiner überaus beliebten cucina italiana am meisten zu der enormen Akzeptanz des so gesunden Olivenöles beigetragen. Allein hier gibt es beinahe einhundert Sorten. Die italienischen Olivenöle zählen mittlerweile zu den anerkannt besten des gesamten Mittelmeerraumes.

Ebenso ist die geographische Lage Italiens über viele Breitengrade und Klimazonen hinweg ein Grund für die hervorragenden und ungemein vielfältigen Geschmacksrichtungen und Aromen der italienischen Olivenöle. Vom Gardasee bis hinunter ins heiße Sizilien im Zentrum des Mittelmeeres haben die Landschaften Italiens herrliche, ganz verschieden duftende Olivenöle bester Qualität zu bieten.

Olivenöl ist das einzige Speiseöl welches vom Baum weg unverfälscht auf den Tisch kommt. Alle anderen werden im Zwischenschritt raffiniert. Ein Eldorado für Liebhaber der mediterranen, der überaus gesunden Mittelmeerküche.

Im Norden Italiens werden in klimatisch günstigen Gegenden, wo der Winter in der Regel keinen Frost bringt, sanfte milde und hochgeschätzte Öle gewonnen. Sie stammen aus der Gardaseegegend, Ligurien (Riviera di Ponente), auch ein wenig aus den sonnigwarmen Gebieten Friauls (colli orientali), dem Veneto (Verona und Ostufer Gardasee) und der Romagna (Faenza, Brisighella). Wichtige Olivensorten sind hier: Frantoio, Casaliva, Taggiasca, Lavagnina, Pignola, Rossese. Im Norden ist die Erntemenge bescheiden gegenüber der Mitte und dem Süden. In der Mitte dann gibt es eine sehr große Palette interessanter Olivenöle. Das seit jeher klassische Olivengebiet Toskana (Florenz, Siena, Lucca, Chianti, Rufino. Sorten: Frantoio, Leccino, Moraiolo, Ogliarola) mit Umbrien (Lago di Trasimeno. Sorten: Ascolana tenera, Dolce Agoglia), Latium (Sabiner Berge, Viterbo, Lago Bolsena. Sorten: Carboncella, Rosciola, Canino), den Marken (Castelli di Jesi, Macerata, Ascoli Piceno. Sorten: Sargano, Ascolana, Leccino), die Abruzzen (Penne, Loreto, Moscufo, Chieti. Sorten: Dritta, Gentile del Chieti, Raja) und auch das kleine Molise (Biverno-Tal, Isernia, Larino. Sorten: Gentile und Saligna di Larino, Olivastra di Montenero) liefern wunderbare Öle, welche die Feinheit der nördlichen und die kraftvolle Note der Olivenöle des Südens vereinen.

Dann der Süden. Die Olivenöle des Mezzogiorno sind die Vollblüter unter den italienischen Olivenölen. Wunderbare, ausgeprägte Aromen und intensiver Geschmack lassen die unbändige Kraft der südlichen Sonne erahnen. Der wilde und aromatische Duft der Macchia ist überall. Seit etlichen Jahren kommen aus Sizilien (Monti Iblei, Messina, Palermo, Tràpani, Selinunte, Castelvetrano usw.- Sorten: Nocellara, Tonda Iblea, Biancolilla, Moresca, Santagatese), aus Kampanien (Halbinsel Sorrent. Sorten: Rotondello, Ravece, Cornia, Carpellese), aus Kalabrien (Piana di Sibari, Castro Villari, Piana dei Crati. Sorten: Zinzifarica, Ogliara, Carolea), der Basilicata (Monte Vulture,Metapont, Melfi. Sorten: Nostrale, Fasolina, Majatica, Rapollese di Lavello) und natürlich aus Apulien (Olivenhaine quasi überall. Sorten: Coratina, Paesana, Leccese, Peranzana, Nasuta) hervorragende native Olivenöle extra feinster Qualität. - Eine Ausnahme im Geschmack machen die Olivenöle Sardiniens (Monte Ferru, Sassari, Alghero, Bosa. Sorten: Bosana, Pizz’e Carroga), das ja auch zum geographischen Süden zählt. Das Klima auf dieser Insel ist etwas kühler, rauher. Das Olivenöl ist köstlich mild.

Der Olivenbaum ist ein dominierender Teil der mediterranen Flora. Ohne ihn wäre der Charakter dieser wunderschönen Landschaften ein anderer. Und ohne ihn wären die beliebtesten Urlaubsländer von uns Mitteleuropäern nur halb so schön.